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Bilderserie "Mein Allgäu"

Demystifizierung des Königs

Gemälde "Demystifizeirung des Königs"

2011 
80 x 100 cm 
Öl auf Leinwand
(Privatsammlung)

Überschreitung der Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit

Wie die meisten Bilder aus der „Mein Allgäu“ Serie ist auch das „Demystifizierung des Königs“ ein dem bekannten Mythos gegenüber fraglich gestelltes Gemälde.

König Ludwig in Strapsen steht vereinsamt in einer kahlen Winterlandschaft. Die Strapsen und die eisige Umgebung symbolisieren seine homosexuellen Bedürfnisse die er seinerzeit nicht ausleben dürfte.

In der Hand hält er einen Joint, aus dessen Rauch sich das Schloss Neuschwanstein herausbildet. Damit wird seine Überschreitung der Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit, Realität und Irrationalismus, zwischen historischer Wirklichkeit und dem Mythos angesprochen. Von bayerischer Staatsräson als geisteskrank und regierungsunfähig erklärter König steht hier entblößt und wird dadurch als ein schwacher, verrückter und jedoch äußerst sympathischer König / Mensch dargestellt. Die weiße (farblose) Fahne die er hält, bedeutet die Befreiung von der Zugehörigkeit zu einem Staat oder einem System sowie auf die Person Ludwigs als den Vorreiter des freien Geistes.

Der Berg im Hintergrund ist durchbohrt – ein Riesenstück des Bergmassivs fehlt. Der überdimensionierte Schwan versucht zu fliegen (fliehen), ist jedoch mit den Bergen in eine Starre, skulpturähnliche Form verschmolzen. Das ist eine Abrechnung mit starrer Mentalität der einheimischen (Bergleute) und deren traditionellen Sichtweiße.

Von der Sprungschanze springt ein Fendt Traktor. Der unterstreicht die Bauernmentalität und kritisiert die Kommerzialisierung der Naturlandschaft und der Geschichte der Alpenregion, dessen Teil auch der Mythos König Ludwigs ist.

 


St. Georg reitend auf einer Weißwurst tötet das zweiköpfige Brezelmonster

St. Georg reitend auf einer Weißwurst tötet das zweiköpfige Brezelmonster

2010
80 x 100 cm 
Öl auf Leinwand

St. Georg, der Mythostöter

Der Heilige Georg war ein Märtyrer des frühen Mittelalters († 339) und als Schutzpatrone des Christentums bekannt. Erst in der Zeit der Kreuzzüge wurde die Eigenschaft des Drachentöters von heiligem Michael auf heiligen Georg übertragen. Die ritterliche, fast arische Darstellung des heiligen Georgs auf den Mauern des Schlosses Neuschwanstein war der Ansporn, eine zeitgemäße Interpretation dieses Gemäldes zu schaffen, die mit ganz neuen Symbolik spielt.

Auf diesem Bild ist im Hintergrund das ehemalige Schloss Hohenschwangau zu sehen, in einer kahlen Umgebung. Die Absicht dieser Szenerie war, die heutige touristisch ausgelegte Wirtschaft, verbunden mit märchenhaftem Schloss Neuschwanstein und über zwei Millionen Touristen pro Jahr, auszuschließen.

Die Geschichte handelt nicht mehr von tollkühnen Taten und heldenhaften Rittern. St. Georg wird nicht als blondhaariger arischer Ritter dargestellt. Auf einer Weißwurst reitend- auch als ein Phallussymbol zu erkennen - tötet er in seinem Todesstoß nicht die Brezel, sondern die Poetik der deutschen Mythologie aus dem Land der Dichter und Denker.

Durch ganz neue Zusammensetzung mit in Mittelpunkt des Bildes gesetzten Essensgegenständen, werden hier niedere Gelüste angesprochen, die für eine konsumorientierte Gesellschaft und ihre gegenwärtige Dekadenz sprechen. 

 

 

Brennende Kuh

brennende kuh

2011 
60 x 60 cm 
Öl auf Leinwand
(Privatsammlung)

Brennende Kuh als Methapher der Heiterkeit

Das Bild ist eindeutig ein Zitat / eine Rekonstruktion des Bildes „Brennende Giraffe“ von Salvador Dalí. In Dalís Interpretation ging es um die Entfremdung des Menschen, dargestellt durch starre Figuren mit Schubladen als Körperteilen im Vordergrund. Die Giraffen symbolisierten dabei verlorene Freiheit, sich den Flammen, der Natur hinzugeben, ohne an der zugrunde zu gehen.

Auf dem Bild „Brennende Kuh“ wurde dieser Gedankenfluss weiter verfolgt und die Kuh als Archetyp der Allgäuer Landschaft in ein ähnliches Konzept reingesetzt. Das Feuer ist ein Symbol der Heiterkeit, verbunden mit der Natur, die hier durch brustförmige Hügel gezeigt wird. Die Brüste symbolisieren die mütterliche Fürsorge, die Verborgenheit.

Die Menschen sind aus dieser Szenerie absichtlich weggelassen, um die Harmonie und Glücksseligkeit des feurigen / feierlichen Augenblicks nicht weiter zu stören.


 

Heilige Haxe

Gemälde aus der Serie "Mein Allgäu": "Heilige Haxe"

2011
80 x 100 cm
Öl auf Leinwand

Brot und Spiele!

Über Essensgegenstände verbunden mit gegenwärtiger Gesellschaftsdekadenz ist schon bei dem Bild mit St. Georg besprochen worden.

In der „Heiligen Haxe“ wird hier jedoch lustvoll mit dem Essen gespielt, wobei hier die Schweinshaxe als ein heiliger Gegenstand, ja fast als Heiliger Gral dargestellt wird. Vielleicht sind die Generationen der Bayer in ihrer gebräuchlichen Weißheit zu dem Standpunkt gekommen, den Spruch „Brot und Spiele“ als Wahrheit zu erkennen?

Die Alphornbläser finden ihren Ursprüng in Österreich, sind jedoch heute auch als touristische Attraktion im Allgäu bekannt und somit auch zu der lustvollen Erzählung dieses Bildes genau passend.

Man konnte zu diesem Bild wieder kritische Zusammenhänge suchen, was diesmal aber nicht der Fall ist. Es handelt sich hier um ein halluzinatorisches Halbtraum–Bild, für welches die Idee beim morgentlichen Toilettengang entstanden ist.

 

Totentanz

Gemälde "Totentanz" (Danse macabre)

2008
60 x 80 cm
Öl auf Leinwand

Sagt Ja Sagt Nein, Getanzt Muess sein

Totentanz (Dance Macabre) ist allgemein eine Abbildung der Herrschaft des Todes über das Menschenleben. Der Füssener Totentanz ist einer der bedeutungsvollsten Totentänze Europas. Dieses Bild ist eine Ehrung an die Totentanz-Bilderserie von Jakob Hiebeler in Füssen.

Die zwei Frauen wurden dem William Bouguereaus viktorianischem Bild "La Jeunesse de Bacchus" ('Die Jugend des Bacchus') entnommen und in den Totentanz-Konzept versetzt. Die ganze Szene und die Karakteure werden temperamentvoll und lebendig dargestellt. Durch die Platzierung in einen Wald vor einem Fluss ist die Symbolik der Vergänglichkeit und des Sterbens gewährt.

Dieses Gemälde wurde jedoch bis dato nicht fertig gemalt, mit Absicht den nie vollendeten Kreis der Natur, des Lebens und des Sterbens anzudeuten. 

 

Die Versuchung des heiligen Magnus

"Die Versuchung des heiligen Magnus"

2011
80 x 100 cm
Öl auf Leinwand

Trugbilder der christlichen Gesellschaft

„Zu Roßhaupten stellte sich dem hl. Magnus ein neuer Drache in den Weg. Der Heilige griff ihn um Mitternacht in seiner Höhle an. Am Halse trug er das heilige Kreuz, in der einen Hand den Stab und in der andern das hl. Evangelium, in der Tasche geweihtes Brod.“

Aus den Johann Evangelist Stadlers Heiligen Lexikon

Magnus, Maginold oder Magnoald, ein heiliger in einer Reformationsmission auf seiner Lebensreise, landete in damals ungebildetem mittelalterlichem Allgäu, um das Land und Leute aufzuklären. Das Bild „Die Versuchung des heiligen Magnus“ erzählt über solche ungebildete Zeiten die wir heute noch erleben; auf religiöser und sozialer Ebene. Die Feindbilder, hier in Form der osmanischen Kriegern, werden durch die "Farblosigkeit" als eine grundlose Bedrohung dargestellt. Als Trugbilder eine aggressiver christlicher Gesellschaft, die mit ihren Prügelstock (Hier als Stab in form eines Penis dargestellt) und Selbstüberzeugung (Der Kreuz und die Bibel) eine Tradition der Intoleranz fortsetzt.

 

Flinte in der Scheune (Brennende Kuh II)

"Flinte in der Scheune" (Brennende Kuh II)

2011
60 x 60 cm
Öl auf Leinwand

Vergewaltigung, Mord oder beides?

Das Gemälde „Flinte in der Scheune“ ist eine kurze Krimi-Geschichte auf einem Allgäuer (Tat)Ort, die viele Fragen in den Raum stellt. Das Mädchen trägt einen roten Dirndl der hoch über Ihre Oberschenkel gerutscht ist; was einen Sexualakt vermuten lässt. Man weißt jedoch nicht, was sich hier für eine Handlung abgespielt hat. Eine Vergewaltigung? Oder eine unerfüllte Liebe?

Im Hintergrund des Raumes steht eine Flinte. Wurde Sie schon benutzt? Oder überlegt die junge Frau diese zu benutzen? Handelt sich hier um Mord- oder Selbstmordgedanken?

Die Brennende Kuh, in der nächtlichen Landschaft, steht draußen, entfernt. Die Heiterkeit und die guten Gefühle sind also nicht hier in dem Raum (Siehe „Brennende Kuh“). Der Vollmond deutet nichts Gutes an.

Dem Bildbetrachter ist frei überlassen, genauen Ablauf der Geschichte zu erfinden.

 

Das Vermächtnis des Jakob Herkomers

Das Vermächtnis des Jakob Herkomers

2010 
80 x 100 cm 
Öl auf Leinwand
(Privatsammlung) 

Historische Denkmale und die Vergänglichkeit der Zeit

Das Gemälde ist eine Danksagung an Jakob Herkomer, der das Kloster und die Kirche St. Mang in Füssen als wesentliche Werke der Allgäuer Architektur projektiert und teilweiße ausgeführt hat.

Das Bild erzählt über die Vergänglichkeit der Zeit die sich durch das Verwehen der surrealistisch zusammengewürfelten Gebäude zur Schau stellt. Der Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit und der endgültige Verlust der poetischen / epischen Begriffs der Ritterlichkeit wird durch den Wolkendrachen (als drohendes Symbol der Neuzeit) und einen zerfallenden Ritter eindeutig offenbart.

 

  

Blau ist die Nacht

blau

2011
60 x 60 cm
Öl auf Leinwand

 Die Farbe Blau steht für Traurigkeit

Ein nächtlicher Ausblick von dem Balkon des Schlosses Neuschwanstein auf die Allgäuer Berge und den Alp- und Schwansee sowie mit Sternen übersäter Nachthimmel sind die Kulisse für eine traurige Kurzerzählung über den König Ludwig II.

Gleichgültigkeit in Sissis Blick und der Junge im Hintergrund sagen genug über König Ludwigs sexuelle Vorliebe und seine Traurigkeit …

 

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