Über die (Kunst der) Malerei

Scorns-of-Time„Was machst deine Kunst?“, werde ich manchmal gefragt. „Was malst du so zur Zeit?“

(Diese frage kommt von bekannten Menschen die schon ein paar Jahre lang mein malerisches Schaffen einigermaßen verfolgen / kennen.)

Schwierig zu beantworten? Was sieht ihr da drin? Dunkle Bilder? Düsterheit? Verstört seit ihr? Aber es geht nicht um dunkel oder düster zu sein. Es geht um die Reduktion. Menschenfiguren, die eine (oder mehrere) Emotionen zeigen. Krampfhaft, traurig, eingeengt, optimistisch, wie auch immer. Die Dunkelheit gibt mehr Raum für Kontraste. Um mich und den Betrachter schneller zum Punkt zu bringen. Obwohl mir der Betrachter nicht mehr so wichtig ist. Die Kritik soll jedoch wichtig für die Weiterentwicklung eines Künstlers sein. Nicht für mich. Nicht mehr. Nach mehreren Jahrzehnten meiner malerischen Beschäftigung brauche ich es nicht. Ich habe genug gelernt, versucht. Mein Auge und meine Hand sind gezüchtigt. Jetzt werden die Bewegungen frei. Hier ist die Leinwand und ich und das Wesen der Kunst – das heraus und durch mich drauf will. Ich falle in den Arbeitsfieber und es existiert in diesen Momenten nichts mehr. Nur die Auseinandersetzung zwischen mir und Ihr – der Kunst. Die Entfesselung. Freiheit für die Kunst. Und für mich.

Ich habe so viel Zeit damit verbracht, bestimmte Ideen, innere Welten, Geschichten, kritische Auseinandersetzungen, auch aus Frust oder Verletzung heraus, genaustens zu malen. Mit schrillen, grellen, knalligen „Tageslichtfarben“. Ich war zu direkt. Ich habe alles geradlinig, unmittelbar gezeigt. Das Verborgene reizt mich jetzt viel mehr. Das Eine, das aus sich heraus entsteht. Und knallt durch sein Werkzeug (Durch mich und den Pinsel) an das Leinen. An die (Lein)Wand. Die und ich und Niemand sonst da. Ein Band. Eine Verbundenheit. Durch die wird das Bild frei. Frei von störenden Elementen. Dem Hintergrund. Um schneller zum Punkt zu kommen. Frei von Details. Um offener zu sein. Und frei von Thematisierung, von Intellektualisierung. Um von mir abzuhauen. Weg von meiner Kopflastigkeit, näher zur Wahrheit. Nur die wahren Gefühle können richtig berühren. Nur die gute Kunst besitzt die Fähigkeit, starke Gefühle hervorzubringen. Nur die gute Kunst lebt für sich und ist fähig, ohne langen Erklärungen für sich zu sprechen und was gescheites beim Beobachter auszulösen.