Die Kunst ist der Weg, der Künstler das Fahrzeug

Scorns-of-TimeEine unsichtbare, schwer erklärbare Macht treibt mich an, Kunstwerke zu erschaffen. Das ist ein Drive, der mich drängt, immaterielle Energie in neu geschaffene Formen umzuwandeln. Wenn ich für längere Zeit nicht zum Kunstschaffen komme, werde ich deprimiert und unzufrieden.

Die menschliche Fähigkeit, zu lügen und zu manipulieren, liegt als ein wiederholendes Motiv im Untergrund meines Künstlerhirns. Ebenso die konsumierende, scheinbar hirnlose Gesellschaft, die sich auf dem Weg in eine nicht unbedingt helle Zukunft befindet: Die Gesellschaft, die in zwei Klassen geteilt wird – in Machthaber und entindividualisierte Verbraucher.

Wir sind von Geburt an vielen Einflüssen ausgesetzt, angefangen mit der elterlichen Erziehung bis hin zu den sozialen, gesellschaftlichen und politischen Positionen, auch von einem Selbst. Mit dem Wachsen des Bewusstseins spüren wir das Bombardement von Eindrücken und Inputs.

Die Unwissenheit des eigenen Ichs und die der einzelnen Menschen sind für mich gute Gründe, sich mit der daraus resultierenden Hilfslosigkeit in einem kreativen Schaffensprozess auseinander zu setzen.

In meinem Leben gibt es keine Zeiten, die die Kunst unmöglich machen oder machten. Ich vermute jedoch, dass das in unzähligen Menschenleben leider der Fall ist.

Das Wesen des Kunstwerks ist in der Entstehung nicht vorhersehbar, seine Entwicklungsdynamik ist selbstständig.

Materialien liegen herum oder sind günstig zu beschaffen. Man braucht in diesem Sinne kein Geld, um Kunst zu machen. Die Ansprüche wachsen über die Schaffensjahre, doch teure Materialien sind nicht notwendig, improvisatorische Fähigkeiten schon.

Chaos bedeutet nicht, dass man nicht weiß, wo oben und unten sind. Ich kann mehr aus einem Ramsch-Raum mitnehmen als aus einem klassisch aufgeräumten, klar strukturiertem Lebens- oder Ausstellungsraum.

Ohne Rauchen keine kreativen Pausen. Die Intermezzos zwischendurch müssen sein, um die Arbeitswegweiser zu erkennen und sie vorerst gedanklich zu folgen.

Der Kunstmarkt ist ein undurchsichtiger Schlamm, in dem Machthaber, Künstler, Kritiker und Marktgesetze unzertrennlich verwühlt sind. Es herrschen dort ungeschriebene Gesetze, ähnlich jenen des Aktienmarkts.

Ich kann nur mir selbst treu bleiben und aufrichtig der Bestimmung eines Künstlers folgen. Mich als Künstler sehen und dahinter stehen. Auf die Machthaber scheißen und sagen, ich bin besser als eure verlogene Wertegesellschaft, weil ich es mache und schaffe und weil ich in dem, was ich mache, verdammt gut bin, Punkt.

Krešimir Crash Vorich, 2017.